Kommunikation im Lehrerzimmer

Das von den Bildungspunks aufgeworfene Thema für Januar 2018 „Kommunikation im Lehrerzimmer“ freut mich sehr. Danke #edupnx. Seit einiger Zeit, eigentlich schon Jahren, ist es ein immer wieder aufkommendes Thema im Kollegium. Da sind einfach zu viele Zettel am schwarzen Brett im Lehrerzimmer, gleichzeitig kommen einige Informationen per Email, manchmal parallel, manchmal nur auf dem einen oder anderen Weg. Das ist nicht übersichtlich und verwirrend – daher sind wir auf der Suche. Die gestaltet sich allerdings schwierig, denn es gibt viele Möglichkeiten, aber keine eierlegende Wollmilchsau. Nicht ohne Grund zählt @M_Heusinger viele Tools auf, um Informationen im Lehrerzimmer auszutauschen.

Wir haben noch keine Entscheidung getroffen, ich kann hier also nur einen Zwischenstand beschreiben, der mehrere mögliche Wege aufzeigt. Unterscheiden möchte ich zwischen der Kommunikation im Lehrerzimmer als tatsächlichen Ort und im übertragenden Sinn als Kommunikation im Kollegium. Klar ist auch, dass Technik das direkte Gespräch nicht ersetzen kann und soll.

Im Lehrerzimmer ist bei uns das „Digitale Schwarze Brett“ (DBS) im Gespräch, das auch @M_Heusinger erwähnt hat. Hier sollen der aktuelle Stundenplan aus Untis sowie wichtige Ankündigungen von z.B. abwesenden Schülerinnen aufgrund von Theaterproben über die Klassenkonferenz der 9L und dem Speiseplan unserer Mensa bis zur Übersicht der anstehenden Termine angezeigt werden. Die könnten dann auch Verweise beinhalten, die die KuK auffordern an anderer Stelle, detaillierte Informationen einzuholen. Das DBS bietet auch eine App, so dass die KuK jederzeit auf die Infos zugreifen können. Der Stundenplan wird dann digital doppelt vorhanden sein, weil wir auch über das digitale Klassenbuch von Untis nachdenken. Damit sind dann für alle KuK einer Klasse die Informationen aus dem Klassenbuch jederzeit transparent. Die Gespräche über eine Klasse oder einzelne Schülerinnen können also auf einem anderen Level beginnen. Angefixt bin ich von dem Videotool „Loom„. Ich überlege, hiermit Ankündigungen, die sonst Dienstbesprechungen oder GLKs befüllen und die Zeit zum Diskutieren nehmen, an das Kollegium zu realisieren. Auch könnten sich die Referendarinnen und neue Kolleginnen vorstellen. Der Einsatz muss aber noch vom Datenschutzbeaufragten geprüft werden…

Wenn wir über das Lehrerzimmer als Ort hinausgehen, stehen zur Organisation von Daten und der Kommunikation in Abteilungen und Fachschaften verschiedene Wege offen. Das Land Baden-Württemberg plant die Einführung der Bildungscloud. Diese wird für öffentliche Schulen kostenfrei sein. Wie viel Schulen in privater Trägerschaft zahlen müssen, ist noch unklar. Sie beinhaltet folgende Module und soll in Zukunft erweiterbar sein: [Quelle s. Link Bildungscloud]

„• E-Mail, Kalender, Kontakte, Aufgaben (Zimbra)
• Cloud-Speicher (Nextcloud)
• Online-Office zum gemeinsamen Bearbeiten von Dokumenten im Browser (Libre Office)
• Kommunikation und Video-Konferenzen (Big Blue Button)
• Lernmanagementsystem (Moodle mit DAKORA)
• Unterrichtsmedien (Sesam 2.0)“

Parallel dazu, weil wir nicht wissen, ob das Land die Bildungscloud tatsächlich im Zeitplan einführen und ob sie reibungslos laufen wird (ich erinnere mich ungern an die Anfangsjahre des Abiturprogramms des Landes…), beschäftigen wir uns mit einem Doppelpack an Lösung: Office365 und ITSLearning. Die Server von beiden stehen mindestens in der EU, bei Office 365 könnten sie auch in Deutschland stehen – das ist eine Preisfrage. Ja, und der Preis ist immer eine Frage: Will ich insgesamt fast 9000,- € im Jahr für die beiden Plattformen ausgeben?

ITSLearning ist ein Lernmanagementsystem (LMS), das für uns die KuK unterstützen soll, ihre Unterrichtsplanung digital abzubilden und so jedes Jahr überarbeiten zu können. Auch können KuK auf die Entwürfe anderer zugreifen. Zusammenarbeit und SHaring wird gefördert. Außerdem ist der Zugriff auf das Schulcurriculum möglich, Kompetenzen und (Haupt-)Inhalte können gelabelt und im Laufe des Unterrichtsjahres abgehakt werden. Das schafft Übersicht und Transparenz. Auch in Fachschaften oder Projektgruppen könnte man auf der Plattform zusammenarbeiten – und damit beginnt die Überschneidung mit Office365.

Office365 finde ich eine gelungene Ergänzung, weil jede/r KuK und jede/r Schüler*in die Programmsuite erhält – in der Schule, zu Hause, auf PC oder mobile Device. Über Sharepoint werden Dateien in den einzelnen Abteilungen, Fachschaften oder auch allen KuK zur Verfügung gestellt. Teamchats – und damit sind wir wieder bei der Kommunikation – können ebenfalls hierüber realisiert werden. Es können Prozessabläufe definiert werden, was es für mich insbesondere für die Schulleitung/Verwaltung auch interessant macht. Die Planungs- und Entwicklungsarbeit sowie Diskussionen und Eingaben für Konferenzen sehe ich in den verschiedenen schulischen Einheiten über Office365/Sharepoint laufen. Die Ergebnisse könnten dann in ITSLearning für die tägliche Arbeit zur Verfügung gestellt. Eine Einbindung von Onedrive in ITSLearning ist entweder für 2018 geplant oder schon realisiert.

Wie gesagt, wir sind noch am Denken und überlegen. Die Überschneidungen machen mir ein wenig Sorgen. Es bedarf einer klare Beschreibung, was wo gespeichert und kommuniziert werden soll. Auch wäre eine Single Sign-on Lösung wünschenswert. Im Moment behelfen wir uns mit dem „Filr“ aus der PaedML für Dateien der Fachschaften und Abteilungen. Im internen Bereich der Homepage sind noch Dokumente für alle KuK gespeichert. Kommunikation läuft analog. Da es die eilegende Wollmilchsau nicht gibt, werden wir uns wohl eine Mischlösung überlegen, außer die Bildungscloud überzeugte uns. Egal, welche Tool(s) es am Ende werden, wichtig ist die Usabilty für die KuK. Die Programmsuiten müssen einfach und intuitiv zu benutzen sein.

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